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Schilddrüse

Rheumatische Beschwerden treten sowohl bei einer Unterfunktion wie bei einer Überfunktion der Schilddrüse auf.

Die Schilddrüsenunterfunktion führt bei chronischem Verlauf zu einem vorzeitigen Gelenkverschleiß und zur Ausbildung von Knorpelverkalkungen. Irritierenderweise kann gerade der Therapiebeginn mit Schilddrüsenhormon zu einer Verschlechterung der Gelenksituation führen, da Schilddrüsenhormon den Gelenkknorpel im Wachstum stimuliert. So kommt es zu einer Verschiebung von Kalzium-Kristallen in die Gelenkflüssigkeit und dadurch zu einer Gelenkentzündung.Weitere Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion sind Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen, Müdigkeit und Gliederschmerzen.

 Die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ist eine chronische Entzündung des Organs, die Hashimoto-Thyreoiditis (eine sogen. Autoimmunthyreoiditis). Diese führt, oft über lange Zeit unbemerkt, zu einer Verkümmerung des Organs und tritt gehäuft in Kombination mit anderen Autoimmunerkrankungen auf. Der Nachweis einer Autoimmunthyreoiditis ist daher immer ein Signal, das Anlaß zur Diagnostik auf andere Erkrankungen geben sollte (perniziöse Anämie, Zöliakie, Kollagenosen). So haben beispielweise 35 % der Hashimoto-Patientinnen Antikörper gegen nukleäre Antigene (ANA, ein wichtiger Laborwert in der Diagnostik von Kollagenosen), bei Gesunden finden sich ANA nur bei ca. 9 %.

Selten kann eine Schilddrüsenunterfunktion einmal Folge einer Erkrankung der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) sein. Dann ist sie in der Regel mit einem Cortisonmangel kombiniert . Hypophysenerkrankungen oder der Verdacht darauf erfordern zwingend eine endokrinologische Abklärung.

Eine Schilddrüsenüberfunktion kann zu rheumatischen Beschwerden bis hin zu Schmerzen und Schwellungen der Fingergelenke führen (Basedow-Arthropathie). Diese seltene und endokrin vermittelte Rheumaform sollte nicht mit einer chronischen Polyarthritis verwechselt werden.

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